Kläranlage

Abwasserreinigung

Der AMS reinigt das Abwasser der vier Gemeinden, Wolpertswende, Fronreute, Baindt und Berg. Die Kläranlage ist für die Reinigung von 55.500 Einwohnergleichwerten ausgelegt. Bis 2015 wurde das Abwasser der Artic Paper Mochenwangen ebenso mit gereinigt. Dies entsprach ca. 25.000 Einwohnergleichwerten.

Das Abwasser wird zunächst mechanisch gereinigt,  es werden sämtliche Störstoffe wie Klopapier, Holz, Essensreste und sämtliche anderen Störstoffe die gröber  als 5 mm sind durch einen vollautomatischen Rechen abgeschieden. Die organischen Inhaltsstoffe werden in einer Waschpresse ausgewaschen und der Kläranlage (als Futter für die Bakterien) wieder zugeführt.

Anschließend wird  Sand der durch Straßeneinläufe sowie Fette und Öle,  die in den Kanal gelangen in dem Sand und Fettfang abgeschieden.

Das Abwasser passiert nun das Vorklärbecken, in diesem werden sämtliche Schwebestoffe und alles was schwerer ist als Wasser, so genannter „Primärschlamm“ abgeschieden und in den Faulbehälter gepumpt.

Das mechanisch gereinigte Abwasser gelangt anschließend in die Biologie, hierbei wird das Abwasser durch Mikroorganismen (sogenannte Bakterien) biologisch gereinigt. Dies geschieht in zwei Schritten, unter Zugabe von Sauerstoff (aerob) sowie durch Wegnahme von Sauerstoff (anoxisch). Die sogenannte Nitrifikation und Denitrifikation. Die Bakterien können unter entsprechenden Bedingungen Kohlenstoff sowie Stickstoff oxidieren und reduzieren, wodurch als Endprodukt lediglich elementarer Stickstoff bleibt (N2). Phosphat wird im gleichen Zuge (simultan) durch Zugabe eines Hilfsstoffes partikulär gebunden und gelangt anschließend in den Faulbehälter.

Phosphate und Stickstoffe werden auch als Dünger bezeichnet und müssen deswegen aus dem Abwasser weitestgehend entfernt werden, da es ansonsten im Gewässer zu starker Algenbildung (Eutrophierung) kommen kann.

Unsere Reinigungsleistungen

2018

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Kohlenstoff

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Stickstoff

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Phosphat

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Stromeigenversorgung

2017

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Kohlenstoff

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Stickstoff

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Phosphat

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Stromeigenversorgung

2016

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Kohlenstoff

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Stickstoff

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Phosphat

%

Stromeigenversorgung

2015 (mit Arctic Paper)

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Kohlenstoff

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Stickstoff

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Phosphat

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Stromeigenversorgung

Um die Stickstoff Reinigung zu optimieren wurde Maschinentechnik, Messtechnik und Steuerungstechnik auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Es wurde zudem in Online Messtechnik investiert. Dies hat den Vorteil, das Abwasser kontinuierlich  auf seine Inhaltsstoffe zu analysieren. Vom Betriebsleiter wurde zudem ein Steuerungskonzept entwickelt, in dem sämtliche Informationen der Messtechnik zusammenfließen und direkt verarbeitet werden. Das heißt, wenn ein Messwert ansteigt wird dies nicht nur als Warnmeldung ausgegeben, sonder die Steuerung erkennt selbständig was Sie tun muss, um dem Problem entgegen zu wirken. Dadurch wird nicht nur Strom gespart, sondern die Reinigungsleistung optimiert und die Anlage befindet sich ständig im aktuellen Betriebsoptimum.

Die Umbaumaßnahmen zeigen bereits Erfolg und das Reinigungsziel wird nicht nur erreicht, sondern überschritten.

Das gereinigte Abwasser fließt anschließend in die Schussen und von dort in den Bodensee. Der Bodensee versorgt den Großraum Stuttgart mit Trinkwasser. Das bedeutet, es gelten besondere Anforderungen an die Reinigungsleistung der Kläranlage, die Einhaltung wird vom Umweltamt regelmäßig kontrolliert.

Zur Schlammbehandlung

In den zwei Faulbehältern wird  der Primärschlamm biologisch stabilisiert, dies passiert unter Luftabschluss (anaerob) und Temperaturen von 37 C°. Dabei wird die Masse verringert und es findet eine Hygenisierung statt. Das dabei anfallende Klärgas wird in einem Blockheizkraftwerk zu Wärme und Strom umgewandelt. Die Wärme wird genutzt um Gebäude und Faulbehälter zu heizen, der produzierte Strom wird selbst genutzt. Durch ständige Optimierung und Kontrolle des Prozess gelang 2017 erstmals eine Eigenversorgung von über 80%. Dies ist bei stetig steigenden Strompreisen ein gelungener Fortschritt.

Der stabilisierte Schlamm wird anschließend über eine Zentrifuge geleitet. Dieser hat nach der Faulung rund 3 % Trockenrückstand und wird in der Zentrifuge auf ca. 27 % Trockenrückstand entwässert. Das Restprodukt wird durch ein Transportunternehmen in die Verbrennung transportiert. Ziel der Schlammentwässerung ist es, die zu entsorgende Masse so weit wie möglich zu verringern  um die Entsorgungskosten, so gering als möglich zu halten. Das bei der Schlammentwässerung hoch belastet anfallende Zentratwasser, gelangt in den SBR Behälter. Dies ist ähnlich wie bei Gärresten stark mit Stickstoff belastet. Darum wird das Zentratwasser in einer separaten Anlage, die als eigene kleine Kläranlage zu betrachten ist gepumpt und ebenso biologisch gereinigt.

Die Kläranlage Berg wurde in den letzten Jahren stetig modernisiert und befindet sich auf dem aktuellen Stand der Technik. Dadurch gelingt eine weitestgehendende und sehr effiziente Abwasserreinigung.

Einzugsgebiet

Abwasserzweckverband Mittleres Schussental (AMS)

Abwasserzweckverband Mittleres Schussental (AMS)
Kläranlage
Kanzach 5
88276 Berg

0751 560670